Gemeinde - Geschichte


Thalfang mit dem Ortsteil Bäsch am Fuße des Erbeskopfes im südwestlichen Hunsrück gelegen ist mit seinen über 1900 Einwohnern der Mittelpunkt der Mark Thalfang, zu der 12 Dörfer gehören:

Der Name 'Mark' ist abgeleitet von mark oder marca, was ursprünglich 'Grenze' bedeutet. Hier hat es die Bedeutung: abgegrenztes Gebiet einer bäuerlichen Gemeinschaft mit mehreren Siedlungsplätzen.

Der Erbeskopf, zur Gemarkung Hilscheid gehörend, ist mit 818 m die höchste Erhebung in Rheinland Pfalz und westlich des Rheins.

Thalfang als Sitz der Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf mit 21 Ortschaften und zwei Ortsteilen ist seit 2001 staatlich anerkannter Luftkurort und hat nachgewiesener Maßen mit die sauberste Luft in Deutschland.


Die Mark Thalfang ist eine der ältesten geschlossenen Rechtseinheiten des Trierer Landes und wird nachgewiesen seit 1112.
Auch Prosterath gehörte zeitweise dazu, sowie die Dörfer Gospert und Röderbach, die ausgestorben sind.
Die Mark Thalfang aus dem hohen Mittelalter ergab später das Amt Tronecken. Die Anfänge dieses Amtes sind wohl zu Beginn des 14. Jahrhunderts zu datieren, nachgewiesen sind die Amtsleute Berchram von Budenberg (1373), Simon von Rüdesheim (1427) und Claus von Kellenbach (1495).
Das Amt bestand durch das gesamte Mittelalter hindurch bis zur Eroberung des linksrheinischen Gebietes durch Frankreich. Der Einmarsch der Franzosen in der Mark Thalfang erfolgte nachweislich am 8.10.1794. Die Verwaltungsgrenzen waren bis dahin unverändert geblieben. Nach 1794 aber begann für die Mark Thalfang eine neue Ära.
Die französischen Eroberer organisierten die staatliche Verwaltung nach ihrem Vorbild in den eroberten linksrheinischen Gebieten und gliederten schon 1798 das linksrheinische Gebiet in Departements und Cantone, und danach im Jahre 1800 in Mairien (Bürgermeistereien) als unterste staatliche Verwaltungseinheiten. Dadurch entstanden im Gebiet der Mark Thalfang nach jahrhundertelangem Bestand neue Verwaltungsgrenzen. Die Mark als Verwaltungseinheit wurde aufgelöst. Aus ihrem Gebiet und kurtrierischen Gebietsteilen entstanden zwei Mairien, und zwar Thalfang und Talling.
Zur Mairie Thalfang gehörten die Mark-Gemeinden Thalfang, Bäsch, Burtscheid, Dhronecken, Deuselbach, Etgert, Hilscheid, Immert und Rorodt sowie die Gemeinde Malborn, die außerhalb der Mark lag.
Zur Mairie Talling gehörten die Mark-Gemeinden Talling, Gielert und Lückenburg sowie die Gemeinden Berglicht, Neunkirchen und Schönberg von außerhalb der Mark.
Diese Einteilung und diese Verwaltungsgrenzen wurden während der französichen Herrschaftszeit bis Anfang 1814 beibehalten. Dann kam mit der Neuordnung der europäischen Staatsgrenzen durch den Wiener Kongreß das Gebiet auf der linken Rheinseite zum Königreich Preußen. Die neuen Herren hielten jedoch an den Verwaltungsgrenzen der Franzosen fest. Die Verwaltungsgrenzen blieben unverändert.
Es existierten im Preußischen Staatsverband beide Bürgermeistereien nebeneinander zunächst bis 1819 auch mit je einem Bürgermeister an der Spitze der Verwaltung. Von diesem Zeitpunkt an blieben die Körperschaften zwar wie bisher als kommunale Verwaltungsbezirke getrennt. Die Geschäfte der Bürgermeister hingegen wurden in Personalunion vom Bürgermeister der Bürgermeisterei in Thalfang wahrgenommen. Dies war eine Entwicklung hin zur Gemeinsamkeit beider Bürgermeistereien , die aber noch bis 1859 auf sich warten ließ. Verhandlungen zwischen 1840 und 1858 führten dazu, die Bürgermeisterei Talling aufzulösen und ihr Gebiet ab 1.1.1859 mit der Bürgermeisterei Thalfang zu vereinigen.
Die neue Bürgermeisterei Thalfang bestand von diesem Zeitpunkt an aus 16 Gemeinden. Sie blieb 110 Jahre bis 1969 unangetastet existent. Ab dem Jahre 1928 wurde sie als Amt und seit 1968 als Verbandsgemeinde bezeichnet.

 

Thalfanger Geschichte in der Literatur

Marc Finkenberg

Thalfang - Marktort, Verwaltungssitz, Luftkurort
(Chronik 2003)
 

Emil Christian Fröhlich

Geschichte der Mark Thalfang
(1895)
 

Walter Freis

Thalfang - 1966 bis 1986
(1986)
 

Hilde Weirich
Winfrid Krause

Beiträge zur Geschichte der Juden in Thalfang
(1995)
 

Reinhold Anton

100 Jahre Katholische Kirche St. Matthäus Thalfang
(2000)
 

Kulturgeschichtlischer
Verein Hochwald e.V.

Die Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf
(1996)
 

Ortsgemeinde Thalfang
Herr Reinhold Anton

Multimedia-CD 'Thalfang' mit 260 Fotos
(2005)

Ortsgemeinde Thalfang
Herr Reinhold Anton

Multimedia-CD 'Thalfang' mit 405 Fotos
(2006)